Die einfache visuelle Reaktionszeit — eine Taste drücken, sobald ein Reiz erscheint — liegt bei jungen Erwachsenen im Mittel bei etwa 250 Millisekunden. Sie spiegelt die Geschwindigkeit der gesamten Wahrnehmungs-Handlungs-Schleife wider: Netzhaut, Sehrinde, Entscheidungsnetzwerke, motorischer Kortex, Muskulatur. Weil diese Schleife so viele Teile des Nervensystems berührt, hängt die Reaktionszeit in großen Studien mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit und sogar mit langfristigen Gesundheitsverläufen zusammen.
Alter (am schnellsten Anfang zwanzig, danach etwa 2 bis 6 Millisekunden Verlust pro Jahrzehnt), Schlafmangel, Alkohol, Koffein, Bildschirmlatenz und Tageszeit verschieben das Ergebnis. Spitzenspieler im E-Sport und Leistungssportler liegen oft bei 150 bis 180 Millisekunden.
Warum werde ich nach einigen Versuchen schneller? Erwartungshaltung und Übungseffekte sind real — der erste Versuch ist meist der langsamste. Der Test mittelt mehrere Durchgänge, um die Schätzung zu stabilisieren.
Lässt sich das trainieren? In Maßen. Regelmäßiges reaktionsorientiertes Üben bringt 10 bis 20 Prozent, doch Veranlagung und Alter setzen die Untergrenze.